Das Buch
Gabriele Berger, geboren 1955, wächst in einem Deutschland auf, das über seine eigene Vergangenheit schweigt. Ihre Mutter stammt aus Rotterdam, ihr Vater aus Stettin. Die Holländerin und der deutsche Soldat stranden als Flüchtlinge im niedersächsischen Wellendorf, später ziehen sie nach Frankfurt am Main, wo der Vater für die Amerikaner arbeitet.
Sonntags, wenn alle satt um den Esstisch sitzen, wird erzählt: vom Hungerwinter in Holland, von der Gefangenschaft, von einer Heimat, die es nicht mehr gibt. Manches wird erzählt. Vieles nicht. Der Halbbruder in der DDR, von dem niemand spricht. Der Onkel bei der SS. Die Frage, was die Großmutter in Berlin gesehen hat, wenn die Züge nach Osten rollten. Und das, was das Mädchen selbst erlebt und für sich behält, weil es früh gelernt hat: Reden wird bestraft.
„Zum Schweigen erzogen“ erzählt von einer Kindheit zwischen zwei Ländern, von einem Besuch in Auschwitz und Birkenau und von dem langsamen, oft schmerzhaften Weg, das Schweigen einer ganzen Generation zu durchbrechen. Ein Buch, das nichts verklärt. Es nennt Namen. Und es zeigt, wie das große Schweigen eines Landes sich in einer einzelnen Familie fortsetzte, an einem Esstisch, in einem Wohnzimmer.
Das erste Buch der Autorin – geschrieben von dem Mädchen, das dafür bestraft wurde, dass es geredet hat.
- Erschienen
- 1. September 2026
- Verlag
- BoD · Books on Demand, Hamburg
- Ausgabe
- Paperback, 12 × 19 cm
- ISBN
- 978-3-6963-1312-8
Mit der ISBN kann jede Buchhandlung das Buch bestellen. Bei Amazon, Thalia und den übrigen Online-Händlern erscheint es nach und nach in den Tagen nach der Veröffentlichung.
Über die Autorin
Gabriele Berger wurde 1955 geboren, als Tochter einer Holländerin aus Rotterdam und eines deutschen Soldaten aus Stettin. Ihre Eltern hatte der Krieg zusammengeführt; als Flüchtlinge strandeten sie in Wellendorf, später zog die Familie nach Frankfurt am Main.
Dort wuchs sie in einem Nachkriegsdeutschland auf, das über seine eigene Vergangenheit schwieg — in der Familie ebenso wie im Land. Was am sonntäglichen Esstisch erzählt wurde, hat sie sich gemerkt. Was verschwiegen wurde, hat sie sich über Jahrzehnte zusammengesucht. Aus beidem ist „Zum Schweigen erzogen“ entstanden, ihr erstes Buch, an dem sie viele Jahre geschrieben hat.
Gabriele Berger ist Mutter, Großmutter und Urgroßmutter.